Was bringt die Wohnimmobilienkreditrichtlinie den Verbrauchern?

Immobilien, Kredite

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Was bringt die Wohnimmobilienkreditrichtlinie den Verbrauchern?

Seit dem März 2016 gilt die durch Brüssel eingeführte Richtlinie für die Kreditvergabe für Wohnimmobilien in Deutschland. Im Grunde soll sie den Schutz des Verbrauchers vor Pfändungen und Zwangsvollstreckungen durch die Kredit gebenden Unternehmen und Banken erhöhen. Die Anbahnung dieser Richtlinie zur Erhöhung des Verbraucherschutzes wurde bedingt durch das Platzen der Immobilienblase in den USA 2008. Viele Amerikaner mit einem geringen Einkommen erhielten einen Kredit für einen Hauskauf, den sie nie abbezahlen konnten. In einigen dieser Kreditvergaben hatten die kommenden Hausbesitzer nicht einmal einen Job oder sonstigen Besitz. Die Kredite wurden den kommenden Bauherren nahezu aufgedrängt. Und in den Bedingungen waren für die weiteren Zahlungen der Abschlagsraten, erhöhte Zinszahlungen enthalten. So konnten sich viele Besitzer die Zahlungen nicht mehr leisten und meldeten Insolvenz an, was zu einem Zusammenbruch verschiedener Banken. Berühmtestes Beispiel ist sicherlich das US-Finanzinstitut „Lehmann Brothers“.

Vor dieser Situation sollen die deutschen Verbraucher geschützt werden. Diese durchgesetzte Ausrichtung bietet den angehenden Kreditnehmern Vorteile und Nachteile. Zusätzliche Kreditangebote ohne den Nachweis eines Einkommens können auf der Webseite www.onlinekredite.org berechnet und verglichen werden.

Vorteile der neuen Immobilienrichtlinie für den Verbraucher

Wohnimmobilienkreditrichtlinie den Verbrauchern

Was bringt die Wohnimmobilienkreditrichtlinie den Verbrauchern?

Der Kreditgeber wird verpflichtet, den Kunden umfassend zu beraten. Speziell in Bezug auf den vereinbarten Zinssatz. Wird dieser über die gesamte Laufzeit konstant bleiben oder wird dieser sich erhöhen? Die Vermittler der Unternehmen sind verpflichtet einen Sachkundenachweis vorzulegen.

Die Widerrufsfrist und eine damit mögliche Kündigung des Vertrages sind für den Kreditnehmer ebenfalls verbessert worden. Die Frist für den Widerruf eines unterzeichneten Kreditvertrages beträgt seit dem 20. März 2016 1 Jahr und 14 Tage. Es gilt nur für unterzeichnete Verträge ab diesem Datum.

Darlehen, die in Verbindung mit anderen Finanzprodukten vergeben wurden, wie zum Beispiel Aktien, Pfandkonten oder Versicherungen werden nicht mehr akzeptiert. Bausparverträge und Riester-Renten werden indessen weiterhin als Sicherheit betrachtet.

Vor allem verbessern sich gegenüber dem Verbraucher die Beratungs- und die Informationspflicht der Unternehmen, wodurch die Kreditnehmer vor einer eventuellen Verschuldung geschützt werden sollen.

Nachteile der eingeführten Richtlinie für die Kreditvergabe für Wohnimmobilien

Wohnimmobilien Kreditvergabe RichtlinienDie Banken sind entsetzt durch diese neue Änderung für die Kreditvergabe an kommende Häuslebauer. Es wird eine umfassende Kontrolle der persönlichen und der wirtschaftlichen Situation des Kreditnehmers durchgeführt. Sollte die Bank eine Möglichkeit sehen, dass es bei langfristigen Finanzierungen zu einem finanziellen Engpass kommen sollte, kann die Kreditvergabe abgelehnt werden. Viele Besitzer eines Bausparvertrages sehen diesen angelegten Betrag als erste Rate für den Kauf einer eigenen Immobilie.

Nach der Prüfung des Kreditnehmers kann durch diese Richtlinie, ein neuer Vertrag für weitere Ratenzahlungen dennoch abgelehnt werden. Ein großer Nachteil für Besitzer eines Bausparvertrages oder auch die einer Riester-Rente.

Nimmt man den möglichen Wertzuwachs einer Immobilie und die damit verbundene sinkende Fremdkapitalquote. Diese wird bei der Vergabe von Krediten nicht mehr in Betracht gezogen. Alles in allem, ein Nachteil für die angehenden Hauseigentümer. Es wird den Verbrauchern zunehmend erschwert, Kredite aufzunehmen, um die Träume vom eigenen Haus zu erfüllen.

 

Fotoquelle: Pixabay-CC0 Public Domain – paulbr75 / unsplash

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